RB Romaniacs – Rumänien 2011

Ich weiss schon, dass hier nicht so der Platz für Plastik und BMW’s ist,
trotzdem wars schön und ich möchte euch einen Kurzbericht nicht vorenthalten.

Mein Freund Martin und ich arbeiteten als Kamermänner eine Woche in Rumänien um die RB Enduro Veranstaltung zu filmen. Die offiziellen Aufnahmen findet man im web und TV, hier unser kleiner privater Bericht.

RB Romaniacs – Rumänien 2011

Anfahrt
Die Fahrerei zieht sich schon etwas, als gleich nach der ungarischen Grenze in Arad die Sonne untergeht, und so suche ich mir eine Pension. Knapp 1000 Kilometer in 12 Stunden ist eigentlich ein spitzen Schnitt. Ich bin als Unterstützung für Kameramann Mascht auf dem weg nach Sibiu zu den RB Romaniacs. Was dort genau zu tun sein wird – keine Ahnung, aber in jedem Fall wird Enduro gefahren und gefilmt werden, in einer Top Gegend. Und das ist schon mal gut. In einem Lokal an der Strasse bestell ich mir noch etwas unaussprechlich grausiges (sowohl Name als auch Geschmack). Als ich mein erstes Ursus Bier trinke, fährt eine Strassenbahn vorbei mit der Aufschrift „Mit Bildung geht was weiter – bfi Innsbruck“.
Bin in Rumänien angekommen.

Freitag 14. Juli – Sibiu
Vor 8 Jahren war die Stadteinfahrt noch nicht mal ganz asphaltiert. Heute sind da Kreisverkehre, OMV Tankstellen und Baumärkte, wie Daheim. Gefahren wird gerne und gut am Anschlag. Nur das ‚gegen die Einbahn fahren‘ scheint Geschichte zu sein. Zumindest kostet es jetzt richtig Geld (30.-€ um genau zu sein…).
Den ganzen Tag dann bei 37 Grad in der Gegend rumgehirscht und Sachen organisiert. Später gab’s beim freien Training eine Vorgeschmack auf das was Morgen kommt: der Prolog. Echte ’scheissmichan‘ Hindernisse jedes Gemeinheitsgrades und Links und Rechts 1000e Zuschauer, die wie beim Motorsport so üblich, auf die Crashes warten. Morgen um 8:00 gehts los mit den Hobbyfahrern, wobei ‚Hobby‘ für alle die so leidensfähig sind, eigentlich eine Beleidigung ist.
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Das Rennen.
Nach dem Prolog bei strömendem Regen, ging es dann richtig los. Martin und ich hatten unseren ersten Standpunkt am Servicepoint 1. Bei leichtem Nieselregen kamen die Fahrer dort aus dem dichten Wald um dann noch durch einen groben Bach und einen Steilhang zu fahren. Allles weit jenseits dessen was ich als ’schönes Endurofahren‘ bezeichnen würde. Bei den Pros wird dann in 5 Minuten von den Mechanikerteams schnell mal die Kupplung gewechselt. Die Hobbyfahrer fallen halb tot vom Mopped und hoffen nach den 20 Minuten vorgeschriebener Pause wieder so fit zu sein um weiterfahren zu können. Gleich nach dem CP gehts steil rauf in einen Wald. Die ersten hundert Meter sind so grob, dass jeder 2te sein Mopped in die Stauden parkt um es dann wieder rauszutragen. Am Ziel geht’s dann noch einen unendlich langen Steilhang hoch, auf den kaum jemand rauf kommt. Das macht Spass…

Tag 2
bringt uns an einen wunderbaren Standort in den Bergen. Ein Bauer mäht seine Weiden und es riecht wunderbar, bis die ertsen 2Takter kommen. Eine top Gegend, die Sonne scheint und alles ist schön. Jesuslandschaft mal wieder. Martin macht super Zeitlupenaufnahmen und wird dabei fast überfahren. Irgendwann geht uns das Wasser aus und der Rettungs AWO der einen verletzten Fahrer sucht hat als einziges Getränk Bier in 2-Liter Flaschen mit. Auch gut. Auf dem Weg zurück nach Sibiu noch ein kurzes Bad im Fluss und ein paar der würzigen Mititei gegesen. So lässt es sich aushalten.

Am dritten Tag
zieht der ganze Ralley Tross nach Orastie in den einzigen Einsternclub der Welt, ein ehemaliges Militärlager. Wie beziehen wieder Stellung auf einem lauschigen Hügel, Martin sucht Kamerapositionen, und ich fahr die GPS Strecke ab auf der die Fahrer kommen werden. In den Fussrasten stehend geht’s der Strecke nach über grasige Hügel und sandige Ebenen. Top! An einem Fluss kommen dann die ersten Amateure und ich hänge mich an. Das geht auf dieser leichten Strecke grad mal 25 Minuten lang gut, dann fallen mir fast die Hände ab… Wenn man bedenkt, dass die Top Fahrer bei weit höherem Tempo ca. 4 Stunden fur die in etwa 200km brauchen und die Amateure maximal 9:30 Zeit dafür haben, ist klar, warum Sie im Ziel (falls sie zu den 50% gehören die dieses jeden Tag überhaupt erreichen), vom Mopped fallen. Und anstatt werbeträchtig RB zu trinken, tauchen sie lieber ihre Hände in die eisigen Kühlboxen.
Auf dem Retourweg noch Geplänkel mit den KTM Mechanikern die so gar nicht verstehen wollen warum man mit so einem alten und schweren Eisenhaufen durch die Gegend gurkt. Mein Argument, dass zwar meine G/S, aber keine 26 Jahre alte KTM hier rumfährt entkräfte ich gleich selber als mein Mopped nicht mehr anspringt und ich die halbe Zielabfahrt zum anrollen brauche. Als ich dann nochmals hoch muss weil ich meinen Rucksack vergessen hab und sich das Spiel wiederholt, gewinnen die Serviceleute 1:0.

Tag 4
beginnt schon um 4 Uhr, und als es hell wird sind wir schon unterwegs zu unserem Kamerapunkt mitten in einer steilen Waldabfahrt. Dort ist es wirklich so steil, dass wir zu Fuss kaum hochkommen. Die ersten Fahrer rutschen im alpin Stil mit eingelegtem ersten Gang neben Ihren Moppeds den Hang herunter bis es zu schnell wird oder ein Baum Sie bremst. Dieses Spiel wiederholt sich bei vielen etliche male. Die Top Fahrer schaffen dieses Steilstück fahrend. Auf dem Weg zum nächsten Kamerapunkt fahr ich mir dann wieder mal einen Nagel in den Reifen. Die Sweepertruppe, die zufällig anwesend war, hat das aber in Rekordzeit repariert. Danke! Fein wenn man so umsorgt wird. Dass ich nach 5 Minuten wieder keine Luft hatte war egal, denn da stand ich dann schon vor einer rumänischen ‚vulcanizare‘ Werkstatt. Der hat das dann gründlich erledigt.
Weiter gings dann durch waldige Gräben auf eine Hochebene. Der Stop bei einem Bauern, endete dann mit einer spitzen Jause, Buttermilch, Schnaps und einer langen Unterhaltung in einem sehr unterhaltsamen Sprachengemisch.
Dass ich ein paar Stunden zu spät zum Ziel kam war mir dann egal…

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Fazit:
Mann mag zu RB und der aggressiven Omnipäsenz seiner Marketingtruppen stehen wie man mag (das Zeug selber ist sowiso nicht trinkbar), aber Martin Freinademez und seine Leute haben da wirklich ein aufregendes Rennen in einer wunderschönen Gegend auf die Beine gestellt. Und so nah den Top Fahrern zusehen und sogar Teile der Strecke fahren zu können war eine super Sache.
Ich hab echt einen sch… job.

ein kleines VIDEO (mit GoPros und Handies aufgenommen) gibts hier:

Sound: ‚Blind Lemon Obama‘ von unserer Combo ‚Dave & The Pussies‘ (http://www.thepussies.eu)
Link zum YouTube Channel: www.youtube.com/xtbastard mit allen videos

mehr fotos gibts hier:
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